Mo
22
Aug
2011
Auch im Wahlkampf arbeitet die Rudower SPD inhaltlich weiter!
Immer wieder ist zu hören oder lesen, dass es in Neukölln Stadtteilmütter gibt, die Familien mit Migrationshintergrund besuchen und beraten. Dabei werden Wege aufgezeigt und Hilfestellung
gegeben, um gerade jungen Familien zu erklären, wie wichtig es ist, sich in unserer Gesellschaft mit einzubringen. Das Projekt der Stadtteilmütter hat sich bewährt, wurde mehrfach ausgezeichnet
und von Heinz Buschkowsky als „Exportschlager“ bezeichnet, da es auch schon in andere Länder übernommen wurde.
Foto:Stefan Aust
Um mehr über die Entstehungsgeschichte und Erfahrungen aus der Praxis zu erfahren, hatte die SPD Rudow am 16.08.2011 Frau Naddaf, eine der Koordinatorinnen des „Projekt Stadtteilmütter“ des Diakonisches Werks Neukölln Oberspree e.V., in die Alte Dorfschule Rudow eingeladen. Frau Naddaf, zuständig für die Gropiusstadt, gelang es in kurzer Zeit den Anwesenden das Projekt der Stadtteilmütter näherzubringen.
2004 wurde das Projekt erstmals initiiert und schon 2006 von Heinz Buschkowsky auf alle Quartiersgebiete ausgeweitet, der in den Stadtteilmüttern ein „lebendiges und pragmatisches Beispiel gelebter Integrationsarbeit vor Ort“ sieht. Denn bis heute haben rund 250 Stadtteilmütter über 4000 Familien in Neukölln besucht!
Das Projekt qualifiziert arbeitslose Mütter nicht deutscher Herkunft in einem sechsmonatigen Kurs zu zehn Themen wie Bildung, Medien, Gesundheit, Gewalt und Sexualität, die sie den Familien in wiederum zehn Sitzungen vermitteln. Alle „Stadtteilmütter“ sind selber Mütter und haben einen Migrationshintergrund, was ihnen hilft Zugang zu den Familien zu finden und ihrer Aufgabe als „Türöffner“ gerecht zu werden.
Heinz Buschkowsky und die Neuköllner Stadtteilmütter
Idealerweise haben die Stadtteilmütter somit zum einen, den positiven Einfluss auf die besuchten Familien und werden zum anderen selbst für den ersten Arbeitsmarkt ausgebildet.
Frau Naddaf konnte hier viele positive Beispiele nennen, bei denen sich eine Verbesserung in den Familien eingestellt hat und auch die Stadtteilmütter über die Zeit eine enorme Entwicklung
durchlaufen haben. Doch natürlich sind diese Erfolge nur Tropfen im großen Ganzen und wirken eher langfristig, wie Peter Scharmberg bemerkte. Umso wichtiger sei es, das Projekt, neben weiteren
bewährten Modellen wie dem Mitmachzirkus Mondeo, jetzt und in der Zukunft zu unterstützen ergänze er weiter.
Das Projekt „Stadtteilmütter“ wird derzeit vom Bezirksamt Neukölln mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und dem Jobcenter
Neukölln finanziert. Die Finanzierung des Projekts läuft noch bis Ende 2012, die weitere Unterstützung ist noch offen. Ziel muss es sein die Finanzierung auch für die kommenden Jahre
sicherzustellen, sagte Peter Scharmberg. "Das Projekt ist ein voller Erfolg. Viele Menschen kommen nach Neukölln um sich dieses Projekt zeigen zu lassen."
Abschließend formulierte Frau Naddaf zwei Forderungen an die Politik:
1. sich für eine vereinfachte (Teil-)Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen aus dem Ausland einzusetzen, da viele Frauen unter ihrer eigenen Qualifikation arbeiten müssen
2. deswegen auf die individuellen Fähigkeiten von Personen zu achten, da das Potenzial oft vorhanden sei
Peter Scharmberg empfand die Anregungen als sehr nützlich und möchte sich gegebenenfalls dafür im Abgeordnetenhaus einsetzen !
Text: Christpher King