Mo
29
Jun
2009
Die ganze Marketing-Welt redet von viralem Marketing (oder auch Virus-Marketing). Das Rezept ist ganz Simpel: Ich positioniere eine witzige, ungewöhnliche Aktion im Internet in Szene (gerne kleine Filme, die aussehen als seien sie Amateurfilme) und warte darauf das User diese Aktion an weitere User weiterempfehlen. Herauskommen soll eine Art Schneeball-Effekt. Irgendwann verbinde ich die Aktion dann mit einer Marke bzw. einer Werbebotschaft. Als Beispiel das obige Video von der Firma NIKE, die damit viele Millionen Klicks generiert hat.
Es gibt aber einige Probleme beim viralem Marketing:
1. Die User fühlen sich oftmals "veräppelt", wenn sie dachten, dass es sich bei der Aktion um eine echten Vorfall handelte und später herauskommt das ein großer Konzern mit großer Werbeagentur dahinter steckt.
2. Ob eine Aktion zum "Virus" wird hängt von zu vielen Zufällen ab. So produzieren viele Firmen Videos, stellen sie ins Netz und es passiert rein gar nix.
3. Die Aktion wird vielleicht bekannt, aber kein Konsument verbindet diese Aktion mit der dazugehörigen Marke bzw. Werbebotschaft. Oder wissen Sie noch wer das Moorhuhn-Spiel herausgegeben hat?*
Virales Marketing kann also funktionieren, hat aber auch einige Risiken. Zwei schöne Artikel dazu hat die Zeitschrift Brand Eins in der aktuellen Ausgabe. Unter der Überschrift "Tupperpartys funktionieren nicht im Internet" spricht der Netzwerkforscher Duncan Watts über die Praxis der Mundpropaganda im Internet. Der zweite Artikel "Das große Missverständnis" berichtet über die Grenzen der Öffentlichkeitsarbeit im Internet.
Mehr interessante Virus-Kampagnen können Sie auch auf meinen Seminaren im August und September in 5 deutschen Städten kennenlernen.
* Das Moorhuhn-Spiel wurde von der Spiritousen-Marke Jonny Walker herausgegeben.